ja, Jacke, nein, Decke – ah! Decke – vielen vielen Dank!


Gestern war ich in einer Unterkunft eingeladen, in der 90 Jugendliche wohnen. Alles Jungs.

Ich glaube, dieser Besuch werde ich nicht so schnell vergessen. Die Unterkunft ist sehr karg und nicht sehr einladend. Die Menschen, die ich da angetroffen habe dafür umso mehr! Die Jungs waren alle sehr neugierig und freundlich. Die Leiterin hat mich auf allen Stockwerken rumgeführt und mich den Jungs vorgestellt. “Das ist Simone, die Frau hat dir die Decke geschenkt – ah, Jacke! Nein, nicht Jacke, Decke, die schöne, farbige, die du auf deinem Bett hast – aha (grosses Ginsen)!” Ich bekomme einen festen Händedruck, ein grosses Lachen und einen herzlichen Dank. Dies passiert mir unzählige Male. Die Decken liegen auf praktisch jedem Bett, das ich gesehen habe, in der Waschmaschine und alle wussten, nach einer kurzen Erklärung, wer ich bin. Die Herzlichkeit mit der die Jungs und die Mitarbeiter einander begegneten beeindruckte mich und berührte mich tief.

Und dann, ganz zum Schluss begegnete mir noch ein ganz junger Jugendlicher – er sah eher aus wie ein Bub – ähnlich wie meiner zu Hause. Er war eineinhalb Jahre unterwegs und stand dann eines Abends mit seinem Rucksäckli und einem Zettel vor der Unterkunft…

Ich werde diesen Besuch noch lange im Herzen haben.

Wie schreibt doch das Leben unterschiedliche Geschichten und wie wenig ist es unser Verdienst, dass wir hier geboren wurden.

minidecki

minidecki

2 Comments

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    Danke für den Bericht, liebe Simone! Was für eine super Sache, deine Idee mit den Decken – so was persönliches für jeden Menschen, der eine bekommt. HERRlich – ein Segen! Alles Gute und liebe Grüsse, Eva

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    Und wie gut, dass wir mit den Decken wenigstens einen kleinen Beitrag dazu leisten können, diesen jungen Menschen in ihrer schwierigen Situation eine Freude zu machen!

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