Meilenstein


Heute vor 4 Jahren nahm alles seinen Anfang!


Mit diesem Post suchte ich heute vor 4 Jahren Menschen, die mir halfen Decken zu nähen. Damals hatte ich schon drei Decken genäht und merkte ziemlich schnell, dass ich das wohl nicht alleine schaffen werde! Niemals im Leben hätte ich gedacht, dass das die Geburtsstunde eines so wunderbaren Projektes war. Zum Glück! Es ist nämlich nicht nur wunderbar, sondern auch richtig gross geworden. Wenn ich das im Voraus gewusst hätte, hätte ich wohl dankend abgewinkt. Aber so war es wie bei einer Wanderung, Schritt für Schritt geht es weiter und jetzt, nach 4 Jahren Wanderschaft schaue ich zurück und staune über den Weg, die Dimension und den Impact den wir in dieser Zeit erreicht haben! Wow!!

Mittlerweile haben wir rund 18’000 Decken verteilen können – 18’000 Decken, die vorher genäht werden “mussten”. Das habt ihr gemacht und das habt ihr grossartig gemacht! “mini Decki” wäre nichts ohne euch, darum ist es auch euer Happy-“mini Decki”-Tag!

Danke, dass wir zusammen unterwegs sind!

 

So viele Decken wie nie!


Bis jetzt habe ich in diesem Juni 300 Decken an 13 verschiedene Zentren in der ganzen Schweiz geliefert. Ich glaube, das ist ein neuer Rekord! Dieses Mal bestellten sie vor allem kleine und mittlere Decken, es war also super, haben wir gesagt, es braucht im Moment vor allem die. Aber auch grosse Decken können wir weiterhin gut gebrauchen! Ich weiss nicht, ob die Zahlen der ankommenden Familien schon wieder angestiegen sind, oder ob bei vielen Zentren der Vorrat aufgebraucht war. Sicher ist einfach, dass es nicht danach aussieht, als ginge alles zurück. Leider!

Ich lese im Moment “im Namen der Opfer” von Carla del Ponte, ich sage euch, dieses Buch ist ein Hammer! Es macht einen fassungslos und mutlos und irgendwie könnte man verzweifeln ob der unglaublich komplizierten Lage in Syrien, in der Politik, auf der Welt. Ich weiss, dass ich nicht die Welt retten kann und dass ich im ganz Grossen eigentlich nichts verändern kann. Und doch will ich nicht einfach zuschauen, sondern ich will, muss und werde mich empören und ich will den Menschen, die hier sind auf Augenhöhe begegnen. Ich will sie als Menschen sehen und nicht als Flüchtlinge, die jetzt auch noch kommen und ich will mich für die Herzen der Kinder und Mütter einsetzten. Darum stehe ich noch immer zu hundert Prozent hinter dem Projekt “mini Decki”!

Zu guter Letzt noch ein Gedanke in eigener Sache… Seit Anfang des Projektes hatte ich einen guten Helfer an meiner Seite – er war mein erster Mitarbeiter! Unser jüngster Sohn kann sich ein Leben ohne “mini Decki” gar nicht vorstellen, da er  2.5 Jahre alt war, als das alles gestartet hat. Er war dabei und hat mir geholfen die Decken zur Post zu bringen, sie abzuholen, Decken auszufahren, Leute in Empfang zu nehmen, Decken zusammenzulegen und Kisten rum zu schieben. Er hat gelegölet in allen meinen Räumen und nun gibt es bei ihm eine grosse Veränderung. Nach 2 Jahren “Ausbildung” im Kindergarten wird er nun eine neue “Stelle” als Schüler antreten. Ich freue mich mit ihm! Es war eine Freude, immer wieder jemanden dabei zu haben, der neben mir etwas “grümschelet” hat, während ich mit den Decken beschäftigt war! Danke, waren wir immer so ein gutes Decki-Team :-)!

 

“mini Decki” ist 2 Jahre alt – happy birthday!


Mit diesem Post hat heute vor 2 Jahren alles begonnen. Ich liess mich berühren von den ganzen schrecklichen Nachrichten der damaligen Welt. Ich wollte nicht länger zuschauen und warten, bis jemand etwas tut, denn ich wusste ich bin gemeint, in diesem Lied, das mich einige Wochen vor dem besagten 18. Dezember 2014 so getroffen hat.

Ich habe mir (glücklicherweise) das grosse Ausmass des Projektes nicht in meinen kühnsten Träumen ausgemalt – natürlich hätte ich gesagt, das geht auf keinen Fall, ich habe 3 Buben, der Jüngste noch die ganze Zeit zu Hause und auch sonst… Wir haben nicht oft ganz ruhiges Gewässer auf unserer Familienfahrt. Es war mir nicht langweilig und ich habe mir gerade in dieser Zeit sehr ausführlich Gedanken darüber gemacht, ob ich eventuell wieder ganz ganz wenig arbeiten gehen soll, ob ich das mit meinem Familienalltag wie er ist unter einen Hut bringe, zumal ich nicht immer sehr belastbar bin… mega chaotisch noch dazu…!

Wenn also damals jemand gefragt hätte, ob ich so ein Projekt übernehmen wollte, hätte ich gesagt “ou nei, danke vielmals…!”

Aber es hat niemand gefragt. Ich hatte von Anfang an die ganz tiefe Überzeugung und Motivation, dass das mein Weg ist und dass ich da jetzt Schritt für Schritt mal losgehe. Das hat sich, auch nach 2 Jahren der “Wanderung” nicht geändert.

Zirka nach einem halben Jahr auf dem “mini Decki”-Weg merkte ich, wie viel Raum dieses Projekt in unserer Familie und in unserem Haus einnimmt. Manchmal ertrankt ich fast darin. Da hatte ich eines Nachts einen Traum. Ich sei schwanger und es käme da nochmals ein Kind. Es war für mich schon im Traum klar, dass es ein anderes Kind ist, nicht eines wie die anderen Buben. Als ich erwachte, war es mir sofort klar, dass das dieses Projekt ist. Es ist wie ein 4. Kind – aber es ist auch wie ein 4. Kind. Sofort war mir bewusst, dass ich auch bei den anderen 3 Kindern manchmal sage: “schau, jetzt musst du warten, jetzt bin ich mit Kind Nummer 2 beschäftigt, danach komme ich zu dir” und wenn dieses 4. Kind auch ein Kind in dieser Reihe ist, kommt es halt auch dann an die Reihe, wenn die Reihe an ihm ist.

So habe das Projekt angenommen wie ein viertes Kind. Es hat mich am Anfang viele fast schlaflose Nächte gekostet, wenn es geweint hat und sich beklagt hat, war ich ratlos, fühlte mich angegriffen und wollte, dass es schnell wieder ruhig ist, es hatte einen Platz in unserer Familie eingenommen. Am Anfang wie ein Neugeborenes – sein Platz war riesig. Das war für alle anderen Familienmitglieder manchmal schwer. Die Buben haben manchmal gefragt, wann denn das mit den Decken wieder aufhört. Gleichzeitig waren sie mächtig stolz und interessiert an der ganzen Thematik.

Inzwischen, nach zwei Jahren ist dieses “mini Decki”-Kind schon recht selbständig. Es hat ein eigenes Zimmer bekommen, das ist für alle eine riesige Entlastung. Ich arbeite dann am Projekt wenn es passt und wenn ich nach Hause gehe, mache ich die Türe zu und bin zu Hause, meistens ohne das “mini Decki”-Kind.

Ein bekanntes afrikanisches Sprichwort heisst “um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf”. So ist es auch mit diesem Kind. Ohne euch alle, die ihr näht, erzählt, Stoffe sammelt, Geld spendet, fahrt, Decken verteilt, eure Institutionen instruiert und uns so wohlwollend unterstützt, wäre dieses Kind nie und nimmer was es heute ist.

In den letzten 2 Jahren wurden rund 10’000(!!) Decken verteilt. Der grösste Teil der Decken wurden in der Schweiz von den kantonalen Durchgangszentren, von Mütter-und Väterberaterinnen und von Hebammen verteilt. Dann haben wir vor allem im letzten halben Jahr, viele Decken von der mittleren und kleinen Grösse mit Transporten für schweizer Hilfsorganisationen (Standup for Refugees, SAO, Schwizerchrüz.ch, Help Syria) in die Krisengebiete vor Ort geschickt. Es ist mir ein grosses Anliegen, dass die Decken nicht bei uns im Lager warten, bis wieder vermehrt Familien mit Kindern den Weg in der Schweiz ankommen.

So bleibt mir vor allem anderen DANKE zu sagen. Ihr alle seid wunderbar! Danke für euren unermüdlichen Einsatz.

Danke Brigitte, danke Claudia und danke an meine ganze Familie. Ohne euch wäre ich in dieser Hinsicht ganz oft verloren, ihr seid super!

mini Decki wird dini Decki auf Lesbos


 

Ein Wunderbarer Bericht hat uns erreicht. Vielen Dank Raquel Herzog und Ursula Hess von SAO für eure Arbeit, den Bericht und das Dranbleiben! Unter dem Link findet ihr noch weitere Bilder von Jojo Schulmeister sie berühren mich sehr und ich freue mich riesig über das Strahlen in den Augen der Kinder!

Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen!


Gestern wurde plötzlich eine Anfrage von “Stand up for refugees” sehr konkret. Sie schicken in Zusammenarbeit mit “help Syria” einen Container mit Hilfsgütern in ein Aussenquartier von Aleppo.

So habe ich heute 300 Decken bereitgestellt.

Dieses Bereitstellen hat mich sehr zum Denken angeregt und tief im Herzen berührt. Diese Decken, die jemand hier in der Schweiz an seiner Nähmaschine liebevoll genäht hat, machen eine lange, beschwerliche, gefährliche Reise. Wenn sie nur reden könnten, diese Decken… Sie könnten den Kindern und Eltern in Syrien vom Frieden erzählen und davon, dass sie hier nicht vergessen sind und dass wir ihnen ein Ende dieses Schreckens so sehr wünschen!

Die Reise wird lange dauern und wir hören vielleicht einmal wieder von den Decken und wie es ihnen ergangen ist. Ich werde euch bestimmt auf dem Laufenden halten! Bis dann kann ich nur sagen: “gute Reise – und wärmt den Körper und das Herz!”

Wow, schaut euch diese Zahlen an!


Ich wurde eingeladen, am nächsten Samstag, 11.6.2016 am Frouezmorge in Hindelbank zu sprechen. Es ist mir eine grosse Ehre. Gleichzeitig ist es mir aber auch klar, dass ich da eingeladen wurde, weil der Stein, den ich ins Wasser warf so grosse Kreise zog und das ich das “Kreiseziehen” nicht selber machen kann. Jede Person kann Grosses erreichen aber nur wer wagt, hat überhaupt die Möglichkeit zu gewinnen.

Jedenfalls bin ich jetzt in der Vorbereitung für diesen Morgen. Ich habe die neuen Zahlen von “mini Decki Schweiz” zusammen gesucht und die will ich euch nicht vorenthalten… Ihr habt in den letzten Monaten rund 7500 Decken genäht und rund 5500 verteilt (das sind die Zahlen, die mein Compi ausgespuckt hat, aber er hat leider nicht alle Päckli von euch gefüttert bekommen und vielleicht auch nicht ganz alle Decken, die verteilt wurden registriert – das heisst, es sind ganz sicher bei beiden Zahlen noch mehr!). Was für eine riesen Freude! Ich bin mächtig stolz auf uns alle und kann euch einfach nur von Herzen für eure Unterstützung danken! Ohne Euch gäbe es kein “mini Decki” und schon gar keine Einladung für mich als “Referentin” :-).

Wenn ihr also noch spontan vorbei kommen möchtet und hören wollt, dass es kein “Projekt” braucht um etwas zu verändern, sondern den Mut aufzustehen und etwas zu wagen, dann kommt doch vorbei!

Eine wichtige Änderung!


Bis jetzt haben wir die Decken praktisch ausschliesslich in den Durchgangszentren auf kantonaler Ebene verteilt. So sind wir in allen Kantonen vertreten und ich ging davon aus, dass wir mit dieser Form der Verteilung die meisten Kinder “erwischen”. Dies wollen wir auch so beibehalten. Seit es das Projekt gibt, haben wir auf diese Weise gegen 4000 Decken verteilen und vielen Kindern eine grosse Freude machen können.

Nun habe ich die Statistik aus dem Jahr 2015 angeschaut und gemerkt, dass wir bei den -15 Jährigen Kindern weniger als die Hälfte mit einer Decke beschenken können.

Das tut mir sehr leid, zumal die Rückmeldungen jeweils sehr gut sind.

Nun haben wir uns entschieden, dass wir die Decken auch diesen Kindern zugänglich machen möchten, die schon weiter in die Gemeinden gezogen sind.

Wer jetzt also mit Familien und schwangeren Frauen zu tun hat, die schon in den Gemeinden wohnen (also schon kommunale Ebene), kann bei uns Decken bestellen über das Kontakt-Formular. Bitte schreibt dazu die Anzahl, die Grösse (S, M, L) und in welcher (Arbeits-)Beziehung ihr zu den Kindern steht.

 

Happy Birthday!


Heute vor einem Jahr haben wir unser Abenteuer „mini Decki“ gestartet. Dies hat unser privater Alltag extrem verändert. Unser gesamtes Haus ist nicht mehr das Gleiche und auch ich bin nicht mehr gleich verfügbar wie vorher. Plötzlich bin ich voll und ganz eingebunden , was einiges an Organisation erfordert. In der allermeisten Zeit ist das ok für uns alle, aber manchmal ist es wirklich auch zu viel und mehr als einmal wurde ich von meinen Kindern gefragt, wann denn das Deckenprojekt fertig sei.

Es ist nicht fertig. Es wird auch nicht so schnell fertig sein – leider, irgendwie. Am besten wäre es ja, wenn gar keine Kinder mehr flüchten müssen, aber das wird wohl noch eine Zeit lang so sein und so lang braucht es Decken. Das finden ja meine Kinder auch. Sie sind ja sehr stolz und immer wieder fragen sie, ob ich jetzt dieser oder jener Person gesagt habe, dass ich “die Frau von mini Decki bin”

Darum möchte ich heute einen riesigen Dank aussprechen für meinen Mann Andy, der das Projekt von Herzen und mit aller Kraft unterstützt, meinen Kindern Eli, Noé und Pio, die das Projekt mittragen und mich mit dem “vierten Kind” “mini Decki” teilen. Ihr seid wunderbar und ohne euch ginge das alles unter keinen Umständen! Muntsch!

Dann möchte ich mich auch bei Claudia, meiner guten “Label-und-Inlets-verschick-Frau” bedanken. Ich bin so froh, dass du mir deine Hilfe angeboten hast und anpackst! Du bist grossartig!!

Und Brigitte… Du nimmst mir so viel Arbeit ab und bist auch mit Haut und Haar dabei. Es entlastet mich so sehr, jemanden an meiner Seite zu wissen, die mich so unterstützt und den Kopf über Wasser hat, wenn meiner grad von einer Welle überrollt wird. Danke tuusig tuusig mol!

Vielen Dank auch an eure Familien, die euch den Rücken frei halten, damit ihr euch so in das Projekt investieren können.

Herzlichen tausend Dank auch an unsere Familien. Mein Vater, der die ganze Schweiz bereist mit Decken im Kofferraum. Meine Mutter, die bei mir Decken einpackt und manchmal auch meine Wäsche zusammen legt und einfach da ist.

Ihr seid wunderbar und ohne euch ginge das nie!

Nun steht Weihnachten vor der Tür. Wir machen den Laden zu und geniessen alles, was es zu geniessen gibt! Ich wünsche euch allen von Herzen gesegnete Weihnachtstage und grüsse euch herzlich!

Eure Simone

Zum Geburtstag möchte ich mich auch bei Ihnen ganz herzlich bedanken!


Heute möchte ich mich bei all diesen Stellen bedanken, die dem Projekt von Anfang an sehr wohlwollend begegneten und auf der Empfängerseite stehen. So zum Beispiel die Asylkoordinatoren aller Kantone, die Leiter der Durchgangszentren und die Betreuer vor Ort. Ohne Ihre positive Einstellung zu “mini Decki”, hätte sich in diesem Jahr gar nichts beweget, und ich könnte Wettbewerbe für Prinzessinnen auf der Erbse veranstalten bei mir zu Hause. Die mit den meisten Decken zwischen sich und der Erbse hätte dann gewonnen…

Ich weiss, Sie haben unwahrscheinlich viel zu tun im Moment. Auch Sie hätten sich dieses Jahr wahrscheinlich etwas anders vorgestellt. Es freut mich immer wieder von Ihnen zu hören, wie Sie mit Sachspenden beliefert werden. So erleben wir beide, dass es den Menschen hier nicht egal ist, wie es den Flüchtlingen in unserem Land geht.

Wir freuen uns immer sehr über Ihre Feedback, sei es mit Bildern oder einfach einem Mail. Es motiviert alle Näherinnen sehr, wenn sie sehen, wo ihre Decken hinkommen und dass die Kinder Freude an den Decken haben!

Ich wünsche Ihnen allen einen guten Abschluss des alten Jahres und für das Neue viel Power, Weitblick, Humor, Vertrauen und Weisheit für Ihre Arbeit!

Jeder Kanton in der Schweiz verteilt Decken!!


Wow – es ist geschafft! Jeder Kanton in der Schweiz verteilt unsere Decken! Ich freue mich so sehr. Ich möchte euch eine der vielen Antworten auf die Anfrage, ob sie “ihren” Kindern die Decken verteilen möchten nicht vorenthalten:

“Waow ! C’est vraiment un très très joli projet basé sur la solidarité et ça fait vraiment chaud au cœur ! Je reste à votre entière disposition pour tout complément d’information et tiens à vous remercier encore 1’000 fois pour cette très belle initiative qui fera le bonheur de nos chers petits et de leurs parents ! Avec mes plus amicales salutations”

Die Menschen spüren die Wärme des Projekts! Wir machen alle eine sehr sehr wichtige Arbeit! Danke vielvielmal für eure Unterstützung!

 

PS: für alle, die das Projekt auch gut finden… Ich bin ja nominiert für den NAB-Award 2015 und heute stand in der Zeitung, dass ich bis jetzt unter den ersten 3, sprich im Finale bin. Ihr könnt alle, also aus der ganzen Schweiz, für mich und das Projekt eure Stimme abgeben. Das wäre super und eben… wie versprochen, poste ich dann ein Bildli mit dem Galakleid :-)!